DEUTSCH

Hier gibt es den deutschen Teil dieser Diplomarbeit: Jetzt analysieren wir einige, der wichtigsten Kunstwerken Michelangelos in Rom… Ich hoffe, dass Sie diese Seite schätzen!

DIE SIXTINISCHE KAPELLE

    Der Biograf Giorgio Vasari bezieht sich auf die Sixtinische Kapelle mit der Metapher „Licht unserer Kunst“: Das Werk Michelangelos ist innovativ und revolutionär, weil er neuen Ideen hinzufügt und sich an den Ideen seiner „Kollegen“ (wie z.B. Leonardo da Vinci, der die Luftperspektive in seinen Bilder einfuhr) anlehnt. In seinen Werken betonte Michelangelo die Wichtigkeit der Körperlichkeit, die Menschen mit Gott verbindet: Mit seinen Freskos sagte Michelangelo, dass kein Künstler die Körperlichkeit der Kunst ablehnen darf, weil der Körper der Menschen die Liebe zwischen Menschheit und Gott symbolisiert. Die Decke der Sixtinischen Kapelle führt die Beobachter durch eine ideale Reise, die die Anstrengung auf die Rettung symbolisiert.

Mitte der Decke malte Michelangelo neun Szenen der Schöpfungsgeschichte: Die erste Szene stellt die Scheidung von Licht und Finsternis. Gott tritt in die Szene und macht eine Rotationsbewegung, um das Licht aus der Dunkelheit zu teilen.

Die zweite Szene stellt die Erschaffung der Sonne, des Mondes und der Pflanzen dar: In dieser Szene stellt Michelangelo die Figur Gottes zweimal dar. Die erste Vorderfigur teilt die Sonne aus der Mond; Die zweite Figur nimmt eine ähnliche Haltung ein, aber Michelangelo stellt sie mit dem Rücken dar. Die zweite Figur ist kleiner als die erste und jetzt kann man verstehen, wie Michelangelo die erste frontale Figur vorzog. Außerdem übertreibt die Bewegung der ersten Figur die Rotationsbewegung der zweiten.

Die dritte Szene stellt die Scheidung von Land und Wasser; diese Szene sieht der zweiten Szene ähnlich, aber hier stellt Michelangelo eine Vorderfigur Gottes.

Die vierte Szene stellt die Erschaffung Adams  dar: Michelangelo stellt den ersten Mann der Geschichte in liegender Stellung. Kurz zuvor erwachte Adam und jetzt versucht er, aufzustehen; Gott und Sein Engelshof betrachten Adam und er streckt seine Hand aus. Michelangelo stellt Adam wie einen jungen und mächtigen Mann dar: Da Michelangelo manche Zergliederungsstudien machte, um den Lauf des menschlichen Körpers zu verstehen, wurden die Kennzeichen der Figur Adams mit sorgfältiger Kontrasttechnik hervorgehoben. Es gibt auch einen Kontrast zwischen den Figuren Adams und Gottes: Die seine Hand streckende Figur Adams ist fast still und dabei kann man die Bewegung Gottes erahnen, dank der Bewegung Seines Barts, die von einem imaginären und starken Wind verursacht worden ist. Viele Kunsthistoriker haben fantasievolle und realistische Vermutungen über die Erschaffung Adams aufgestellt: Neulich haben zwei US-amerikanischen Neurochirurgen gesagt, dass die die Figur Gottes hüllende Wolke ähnlich einem Querschnitt eines Gehirnes sieht. Nach den Neurochirurgen wählte Michelangelo diese Darstellung, um den anderen Gottesgeschenken die Intelligenz hinzuzufügen. Wahrscheinlich wollte Michelangelo mit dieser Wolke die menschliche Intelligenz darstellen: Aber alle Werke Michelangelos sind so vieldeutig, dass niemand total gewiss seiner/ihrer Vermutung wird.

Die fünfte Szene stellt die Erschaffung Evas dar: Während Adam schläft, beobachtet Gott die soeben geschaffene Figur Evas. Wie Adam, versucht Eva aufzustehen: Trotz ihrer noch unsicheren Beine, ist Eva mit ihren Gedanken und Augen schon konzentriert auf Gott.

Die sechste Szene stellt den Sündenfall und die Vertreibung aus dem Paradies dar: Michelangelo malte beide Episoden auf einem Schnitt. Die zwei Geschichten wurden durch den Baum der Erkenntnis getrennt. Zur Linken sieht man die sich auf den Baum lehenenden Figuren Adams und Evas: Die sündenbringende Schlange ist in Michelangelos Augen eine Frau, die sich auf Adam und Eva lehnt. Rechts sieht man die Vertreibung aus dem Paradies, wo der Erzengel Michael sein Schwert gegen Adam und Eva zückt: Adam und Eva sind verzweifelt und fast zusammengerollt. Die Darstellung Michelangelos sieht der Vertreibung aus dem Paradies (1424 – 1425) Masaccios (1401 – 1428) ähnlich, weil beide Künstler Adam und Eva mächtig, aber gleichzeitig schwach darstellen.

Die siebte Szene stellt das Opfer Noahs dar: Nach der Sintflut baute Noah einen Altar, auf dem er manche Tiere opferte. Das Schema der Szene bezieht sich auf die alten Basreliefen, wo die gesamte Szene sich um den Altar dreht. Logischerweise hätte diese Szene der Sintflut folgen müssen: Aber da Michelangelo einen mittleren und großen Schnitt für die Sintflut wählte, ging das Opfer Noahs der Sintflut voran.

Die achte Szene stellt die Sintflut dar: Michelangelo trennte die Szene in zwei Teile. Der erste Teil stellt die Personen dar, die sich retten könnten, und dabei stellt der zweite Teil die Folgen der Sintflut dar. Michelangelo malte alle Figuren der Szene mit dramatischer Intensität und die Farben ändern sich von dunklen Farben zu Hellblau. Diese Szene sieht ähnlich den nilotischen Mosaiken, mit dem Unterschied, dass Michelangelo keinen Einklang zwischen den Menschen und Gott darstellt. Michelangelo betrachtete die Sintflut als die Folge des Ärgers Gottes: Keinen Einklang gibt es mehr.

Die neunte und letzte Szene stellt die Trunkenheit Noahs  dar: Michelangelo malte einen betrunkenen und auf seinem Kissen liegenden Noah. Die drei Söhne Noahs umringen ihren Vater: Hier kann man Cam erkennen, weil Michelangelo seine Figur mit einer schwachen körperlichen (und daher moralischen) Verfassung darstellte.

Michelangelo begann von der Eingangstür zu dem Altar die Sixtinische Kapelle zu bemalen: Die gesamte Arbeit lastete vier Jahre und, dank Giorgio Vasaris Werk Le Vite und dem von Irving Stone (1903 – 1989) Roman Michelangelo (erschienen 1961 mit dem Englischen Titel The Agony and the Ecstasy) weiß man wie Papst Julius II. ungeduldig war, die Sixtinische Kapelle fertiggestellt zu sehen. Über die starken Charakteren des Papstes Julius II und Michelangelos schrieb der andere Michelangelos Biograf Condivi: „Eines Tages gab Michelangelo Julius II, der ihn gefragte hatte, wann er mit der Kapelle fertig sein würde, gewohnheitsmäßig die Antwort: >Wann ich kann! Wann ich kann!< Der Papst schlug ihn wütend mit seinem Stock und wiederholte:>Wann ich kann!< Michelangelo lief nach Hause und traf seine Vorbereitungen zur Abreise aus Rom. Aber Julius II. sandte ihm einen Eilboten, der ihm 500 Dukaten überbrachte, ihn so gut wie möglich besänftigte und den Papst entschuldigte. Michelangelo nahm die Entschuldigung an“[1].


[1]  Gilles Néret, Michelangelo, Köln, Taschen, 2010, Seite 46

MOSES

Zwischen 1513 und 1515 meißelte Michelangelo die Statue des Moses : Genau wie den David (1501 – 1504), wurde die Statue des Moses gemeißelt, damit Beobachter die Statue von unten nach oben bewundern konnten. Daher ist die Statue gigantisch und etwas unproportioniert: Zum Beispiel steht der Kopf des Moses in keinem Verhältnis zu seinen Beinen, weil Michelangelo den ärgerten Kopf des Erzvaters hervorheben wollte.

Der unter seinem Arm die Gesetzestafeln tragende Moses sitzt auf seinem Thron: Er zieht eine alte römische Tunika an und sein Kopf hat sich linksherum umgewandt. Nach der Bibel sah Moses sein Volk mit dem Goldenen Kalb: Als er das Sinaigebirge hinabging, warf Moses die Gesetzestafeln zu Boden und setzte das Goldene Kalb in Brand.

Michelangelo stellt Moses kurz vor seinem Zornesausbruch dar: Da Moses sich zu beherrschen versucht, sind auch seine Bewegungen abgemessen. Die Bewegung seines Kopfs macht den Eindruck, dass er sehr zornig ist: Bevor er sich vom Thron erhebt, nimmt Moses die Gesetzestafeln und gleichzeitig verlegt er seinen dichten Bart aus seiner Brust.

Dank jüngsten Restaurierungen weiß man, dass Michelangelo die Statue des Moses veränderte. Als sein für das Julius-Grabmal gemachter Plan geändert worden war, hatte Michelangelo eine Vorderstatue des Moses schon gemeißelt: Aber damals war die Haltung des Moses nicht mehr geeignet und Michelangelo musste die Statue verändern. Nach Kunsthistorikern veränderte Michelangelo die beendete Statue des Moses, weil er eine großartige Bildhauereitechnik erreicht hatte und keine „bewegungslose“ Statue annehmen konnte. Michelangelo veränderte die Größe des Throns und er bekam die gegenwärtige Wange des Moses  aus seiner Nase heraus. Die wichtigste Veränderung der Statue war seines Knie: Da Michelangelo ein von den Knien des Moses nach links drehte, schaffte er vielen Marmor mit dem Meißel weg und das linke Knie wurde kleiner als die Rechte. Michelangelo fügte eine Marmordraperie auf das linke Knie hinzu, um Beobachter nur auf die elegante Marmordraperie hinzuweisen.

    Es gibt viele Anekdoten über die Statue des Moses: Niemals hat Michelangelo ein von Moses Knie gehämmert, aber er schützte die Statue vor Kritiken. Als der florentinische Gonfaloniere Pier Soderini die Größe der Nase des Moses kritisierte, spielte Michelangelo vor, die Nase der Statue zu verändern. Als er nach der Meinung des Gonfalonieres fragte, antwortete den Gonfaloniere, dass die neue Veränderungen ausgezeichnet wären.

PALAZZO FARNESE

Wie die Sixtinische Kapelle, wurde Palazzo Farnese nicht nur von Michelangelo aufgebaut: 1495 kaufte der Kardinal Alessandro Farnese (1468 – 1549) ein Gebäude  neben dem gegenwärtigen Palazzo Farnese. Da das bestehende Gebäude nicht schön genug war, gab Alessandro Farnese Antonio da Sangallo dem Jungen den Auftrag, ein neues Gebäude aufzubauen. Zwischen 1516 und 1517 fingen die Arbeiten an, aber viele Probleme traten gleichzeitig auf.

Einer der größten Mängel des Gebäudes war den Hintergarten, der auf das überfüllte Via Giulia ging. Da die städtebauliche Entwicklung Roms sehr chaotisch gewesen war, war es fast unmöglich die Adelsgebäuden unter den „normalen“ Häusern zu sehen: Deshalb ordnete Kardinal Alessandro Farnese an, die neben seinem Gebäude vorbeigehenden Straßen zu ebnen und sie parallel zu machen.

Als Antonio da Sangallo starb, schrieb Kardinal Farnese einen Wettbewerb aus, den Michelangelo gewann; der Künstler billigte das Projekt des Antonio da Sangallo nicht, weil er das schon aufgebaute Gebäude als zu kompakt betrachtete. Es gab viele Veränderungen zu tun.

Michelangelo baute einen Balkon auf den ersten Stock und verzierte den Balkon mit einem Architrav. Das von Michelangelo gemeißelte und Kornblume darstellende Wappen der Farnese Familie befriedigte den Auftraggeber und belebte die Fassade. Außerdem veränderte Michelangelo den Garten: Er fügte eine Loggia hinzu, um Palazzo Farnese mit den Trastevere – Besitzungen von der Farnese Familie visuell zu verbinden. Michelangelo fügte dem Palazzo Farnese einen dritten Stock hinzu: Dieser Stock ist viel höher als die anderen zwei Stock und deshalb macht der dritte Stock das Palazzo sehr schlank.

Michelangelo war kein Berufsmaler, aber er malte manche von den wichtigsten Werken aller Zeit; er war kein Architekt, aber er plante und verzierte ein Gebäude; er war kein Stadtplaner, aber plante einen Platz; er war ein Bildhauer, aber er lernte seine Technik dank den Vorbilden der Vergangenheit; er war ein Genius, weil er seine Gewandtheit mit Lernen und Arbeit vereinigte. Seine Werke sind nicht nur großartige Kunstwerke, sondern auch Symbole von Geduld, Leidenschaft und Geschichte. Sie symbolisieren Kunst in allen ihren Formen.

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